Bootstaufe - Schiffstaufe

Die Schiffs- und Bootstaufe - Ursprung und Tradition

Die Schiffstaufe ist ein feierliches Ritual bei dem ein neues Schiff einen Namen verliehen bekommt und gesegnet wird. Auch die Bezeichnungen "Schiffsweihe" oder "Schiffsegnung" für diese Tradition sind gängig.

Laut Überlieferung rührt das Ritual der Schiffstaufe vermutlich von der menschlichen, christlichen Taufe her. Der Unterschied ist, dass bei der Schiffstaufe eher der Akt der Namensgebung im Vordergrund steht und nicht wie bei der menschlichen, christlichen Taufe auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft wird.

Schiffs- und Bootstaufe in der Vergangenheit

Schon damals im vierten Jahrhundert v.Chr. wurden Schiffe bei den alten Griechen, den Römern, sowie bei den Mesopotamien getauft.

So wurde meistens guter Wein über die Planken eines Schiffes gegossen, um die Götter freundlich zu stimmen. In China und Japan wird beim Stapellauf eine verbindende Leine zwischen Schiff und Land zerrissen, beinahe so wie eine Art Nabelschnur, die nach der Geburt bei Säuglingen zertrennt wird.

Schiffs- und Bootstaufe in der Gegenwart

In der heutigen Zeit ist es in Deutschland Sitte, bei der Namensgebung von Schiffen und Booten eine Flasche Champagner "zu opfern". Diese wird bei großen Schiffen an der Bordwand zerschellt, bei kleinen Schiffen und Booten begnügt man sich lieber mit dem Überschütten des Bugs mit dem edlen Getränk, um das Boot nicht zu beschädigen.

Nach islamischer Sitte wird ein Schiff mit dem Wasser aus dem heiligen Brunnen von Mekka getauft. In Schottland nimmt man anstatt einer Flasche Champagner eine Flasche Whisky für die Schiffstaufe zur Hand. In Afrika nimmt man einen schönen großen Schluck edlen Palmwein und sprüht diesen mit gespitztem Mund fünf Mal gegen die Bordwand. Bei Indern ist es dagegen Brauch, eine Kokosnuss an den Schiffsrumpf zu werfen.

Taufpatin und Taufrede bei der Bootstaufe

In Deutschland wird meistens eine Dame zur Taufpatin des zu taufenden Schiffes oder Bootes auserkoren. Tradition ist das Schmeißen oder Gießen von Champagner an die Bordwand und die Taufrede, die von der Taufpatin gesprochen wird. Diese Taufrede ist frei wähl- und gestaltbar. Meistens wird aber über die Entstehungsgeschichte des Schiffes, die Werft und/oder den Auftraggeber erzählt. Drei wichtige Elemente, die bei einer Schiffstaufe auf keinen Fall fehlen dürfen, sind folgende:

- Hiermit ich taufe Dich auf den Namen.......

- Ich wünsche der Besatzung allzeit gute Fahrt und Dir stets mehr als eine Handbreit

Wasser unter dem Kiel.

- Ich grüße Dich mit einem dreimaligen Hipp - Hipp - Hipp - Hurra!

Auswahl der Taufpaten in anderen Ländern

In England achtet man aber auch noch auf andere Details bei der Schiffstaufe. So darf die Taufpatin, um nicht unnötiges Unheil heraufzubeschwören, nicht rothaarig sein (von Natur aus) oder aber ein grünes Kleid tragen.

Die Taufepatin in Frankreich darf nicht schwanger sein und die Taufe darf auch nicht an einem Freitag stattfinden. Ebenso ist das Wort Kaninchen (frz. lapin) tabu bei der Taufe und später an Bord darf es ebenfalls nicht ausgesprochen werden.

Warum wird ein Schiff / Boot getauft?

Gegenwärtig wie damals bei den alten Seeleuten, geht es auch heute noch bei dem Ritual der Schiffstaufe in erster Linie um das Glück und das Wohl des Schiffes und seine Besatzung.   Es gibt aber auch viele Menschen, die finden, dass eine  Schiffstaufe einfach eine schöne Tradition ist und bei der Einweihung eines neuen Schiffes oder Bootes dazu gehört. Andere verstehen die Schiffstaufe wiederum als Aberglauben. So meinen einige, dass es ein böses Omen darstellen würde, wenn es bei Schiffen Probleme bei der Taufe gibt oder sie gar ohne Taufe auf Jungfernfahrt gehen. Der Untergang der Titanic bei ihrer Jungfernfahrt war für abergläubischen Leuten somit vielleicht nicht ganz überraschend: Die Titanic erfuhr niemals eine Taufe.

 

Weiterführende Links:

Artikel zur Bootstaufe und Schiffstaufe bei Wikipedia
Champagner bei Schiffs- und Bootstaufen

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